Was ist Keratokonus? Symptome, Diagnose & Behandlungsmöglichkeiten (Crosslinking)

Hier erfahren Sie alles über den Keratokonus. Welche Ursachen hat die Vorwölbung der Hornhaut? Welche Risikofaktoren begünstigen das Auftreten? In welchem Stadium treten welche Symptome auf? Und vor allem: Welche Behandlungsmethoden gibt es, wann sind sie ratsam, wie funktionieren sie und welche Vorteile bzw. Risiken und Nebenwirkungen haben sie? 

EyeLaser klärt auf: 

Die Hornhautvorwölbung (Keratokonus) auf einen Blick

Keratokonus ist eine fortschreitende Augenkrankheit, die die Struktur der Hornhaut, dem klaren vorderen Teil des Auges, betrifft. Bei dieser Erkrankung dünnt sich die Hornhaut allmählich aus und verformt sich zu einer konischen, unregelmäßigen Form. Diese Verformung führt zu einer erheblichen Verzerrung des Sehvermögens, da das Licht nicht mehr richtig auf die Netzhaut fokussiert wird. 

Patienten mit Keratokonus erleben typischerweise Symptome wie verschwommenes oder verzerrtes Sehen, erhöhte Lichtempfindlichkeit und Schwierigkeiten beim Nachtsehen. Die genaue Ursache des Keratokonus ist nicht vollständig geklärt, jedoch wird angenommen, dass genetische Veranlagungen und äußere Faktoren wie übermäßiges Augenreiben eine Rolle spielen. Unbehandelt kann Keratokonus fortschreiten und zu schwerwiegenden Sehbeeinträchtigungen führen, die das tägliche Leben erheblich beeinträchtigen.

Keratokonus Häufigkeit und Verbreitung

Keratokonus ist eine relativ seltene Augenkrankheit, die weltweit etwa 1 von 2.000 Menschen betrifft. Die Prävalenz kann jedoch je nach geografischer Region und ethnischer Gruppe variieren. In einigen Studien wird berichtet, dass die Häufigkeit bei bestimmten Bevölkerungsgruppen höher sein kann, beispielsweise bei Menschen aus dem Mittleren Osten oder Südasien. Die Erkrankung wird meist bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen diagnostiziert, wobei die ersten Symptome typischerweise in der Pubertät oder im frühen Erwachsenenalter auftreten. Beide Augen sind häufig betroffen, jedoch oft in unterschiedlichem Ausmaß. Durch die fortschreitende Natur des Keratokonus ist eine frühzeitige Diagnose und Behandlung entscheidend.

Ursachen des Keratokonus und Risikofaktoren

  • Genetische Veranlagung: Es gibt Hinweise darauf, dass genetische Faktoren eine Rolle spielen, da Keratokonus in einigen Familien gehäuft auftritt. Bestimmte genetische Mutationen können die Anfälligkeit für die Erkrankung erhöhen.
  • Biomechanische Schwäche: Eine Schwächung des kollagenen Stützgerüstes der Hornhaut kann zu deren Ausdünnung und Verformung führen.
  • Enzymatische Veränderungen: Veränderungen in der Enzymaktivität in der Hornhaut können die Stabilität des Gewebes beeinträchtigen und zur Entwicklung von Keratokonus beitragen.

Risikofaktoren

  • Familiäre Vorbelastung: Personen mit Verwandten ersten Grades, die an Keratokonus leiden, haben ein höheres Risiko, ebenfalls zu erkranken.
  • Übermäßiges Augenreiben: Häufiges und starkes Reiben der Augen, oft aufgrund von Allergien oder trockenen Augen, kann die Hornhaut schädigen und das Risiko für Keratokonus erhöhen.
  • Bestimmte Erkrankungen:
    • Atopische Erkrankungen: Allergien, Ekzeme und Asthma sind häufig bei Patienten mit Keratokonus.
    • Systemische Erkrankungen: Erkrankungen wie das Down-Syndrom und das Marfan-Syndrom sind mit einem höheren Risiko für Keratokonus verbunden.
  • Hormonelle Veränderungen: Die Krankheit tritt oft in der Pubertät oder während einer Schwangerschaft auf, was auf einen möglichen Einfluss hormoneller Veränderungen hinweist.
  • Umweltfaktoren: Ein hoher Grad an UV-Belastung und oxidativem Stress können ebenfalls eine Rolle bei der Entwicklung von Keratokonus spielen.

Keratokonus Symptome & Diagnose:

3D-Modell eines Auges mit Keratokonus.

Keratokonus beginnt oft schleichend und kann in den frühen Stadien schwer zu erkennen sein. Zu den ersten Anzeichen gehören:

  • Verschwommenes Sehen: Eine häufige Anpassung neuer Brillenstärken ohne merkliche Verbesserung des Sehvermögens kann ein frühes Anzeichen sein.
  • Lichtempfindlichkeit: Betroffene bemerken oft eine erhöhte Empfindlichkeit gegenüber hellem Licht und Blendung.
  • Geisterbilder: Doppelsehen oder das Wahrnehmen von Schatten um Objekte herum, besonders bei schlechten Lichtverhältnissen.
  • Augenreizungen: Häufiges Reiben der Augen aufgrund von Unbehagen oder Jucken.
  • Nachtsehen: Schwierigkeiten beim Sehen in der Dämmerung oder bei Nacht, oft begleitet von Lichtstreuungen und Halos um Lichtquellen.

Mit der Zeit kann sich der Zustand verschlechtern und die Symptome intensiver und beeinträchtigender werden:

  • Deutliche Sehverschlechterung: Das Sehvermögen kann sich schnell verschlechtern, was das Lesen, Autofahren und die Ausführung alltäglicher Aufgaben erschwert.
  • Astigmatismus: Zunehmender unregelmäßiger Astigmatismus, der durch die Verformung der Hornhaut verursacht wird, führt zu einer weiteren Verzerrung des Sehens.
  • Verformung der Hornhaut: Sichtbare Veränderungen der Hornhautstruktur, die bei fortgeschrittenem Keratokonus durch ärztliche Untersuchungen festgestellt werden können.
  • Kontaktlinsenunverträglichkeit: Im fortgeschrittenen Stadium kann das Tragen von Kontaktlinsen unbequem werden, da die Hornhaut zu unregelmäßig ist, um eine Linse gut zu vertragen.

Die Symptome des Keratokonus entwickeln sich in der Regel über mehrere Jahre hinweg. Früherkennung und regelmäßige augenärztliche Untersuchungen sind entscheidend, um den Fortschritt der Krankheit zu verlangsamen und geeignete Behandlungsmaßnahmen zu ergreifen. Unbehandelt kann Keratokonus zu erheblichen Sehverlusten führen und in schweren Fällen eine Hornhauttransplantation erforderlich machen.

Keratokonus Diagnose: Wie wird die Hornhauterkrankung erkannt? 

Patientin bei der Untersuchung auf Keratokonus.

Spaltlampenuntersuchung

Eine Spaltlampe ist ein Mikroskop, das es dem Augenarzt ermöglicht, die Hornhaut und andere Strukturen des Auges detailliert zu untersuchen. Durch diese Untersuchung können frühe Anzeichen von Keratokonus, wie kleine Risse oder Narben in der Hornhaut, erkannt werden.

Hornhauttopographie

Dieses Verfahren ist das wichtigste Instrument zur Diagnose von Keratokonus. Die Hornhauttopographie erstellt eine detaillierte Karte der Hornhautoberfläche und misst ihre Form und Krümmung. Bei Keratokonus zeigt die Topographie charakteristische konische Verformungen und Ausdünnungen der Hornhaut.

Pachymetrie

Die Pachymetrie misst die Dicke der Hornhaut. Bei Keratokonus ist die Hornhaut typischerweise dünner als normal, besonders im zentralen Bereich. Diese Messung hilft, den Schweregrad der Erkrankung zu bestimmen.

Keratometer und Keratoskop

Diese Instrumente messen die Krümmung der Hornhaut. Ein Keratometer projiziert Licht auf die Hornhaut und misst die Reflexionen, um die Krümmung zu bestimmen. Ein Keratoskop nutzt Ringe von Licht, die auf die Hornhaut projiziert werden, um Verzerrungen zu erkennen.

Optische Kohärenztomographie (OCT)

Die OCT verwendet Lichtwellen, um detaillierte Bilder der Hornhaut zu erstellen. Dieses hochpräzise Verfahren kann die Schichten der Hornhaut darstellen und hilft, subtile Veränderungen zu erkennen, die auf Keratokonus hinweisen.

Retinoskopie

Bei der Retinoskopie wird ein Lichtstrahl in das Auge geleitet, um Reflexionen von der Netzhaut zu messen. Dies hilft, unregelmäßigen Astigmatismus zu erkennen, der häufig mit Keratokonus verbunden ist.

Hornhautbiomechanik-Analyse

Dieses neuere Verfahren misst die biomechanischen Eigenschaften der Hornhaut, wie ihre Elastizität und Festigkeit. Veränderungen in diesen Eigenschaften können auf Keratokonus hinweisen.

Crosslinking bei Keratokonus: Die beste Behandlungsmethode

Crosslinking, auch als Corneal Collagen Cross-Linking (CXL) bekannt, ist eine innovative Behandlungsmethode zur Stabilisierung der Hornhaut bei Keratokonus. Ziel dieser Therapie ist es, die Hornhaut zu stärken und ihr Fortschreiten zu stoppen oder zu verlangsamen. Dabei wird die Hornhaut mit Vitamin B2 (Riboflavin) und UV-A-Licht behandelt, wodurch neue Querverbindungen zwischen den Kollagenfasern der Hornhaut gebildet werden.

Wie funktioniert Crosslinking? 

  1. Vorbereitung: Zunächst wird die oberste Schicht der Hornhaut (Epithel) entfernt, um das Eindringen von Riboflavin zu erleichtern.
  2. Riboflavin-Anwendung: Riboflavin-Tropfen werden auf die Hornhaut aufgetragen und etwa 30 Minuten einwirken gelassen, bis das Vitamin ausreichend in das Gewebe eingedrungen ist.
  3. UV-A-Bestrahlung: Die Hornhaut wird für etwa 30 Minuten mit UV-A-Licht bestrahlt, wodurch eine chemische Reaktion ausgelöst wird, die zur Bildung neuer Querverbindungen zwischen den Kollagenfasern führt.

Vorteile des Crosslinkings: 

1. Stabilisierung der Hornhaut

Crosslinking verfestigt die Struktur der Hornhaut, indem es zusätzliche Querverbindungen zwischen den Kollagenfasern bildet. Dies führt zu einer signifikanten Verlangsamung oder einem Stopp des Fortschreitens des Keratokonus, was die Hornhaut stabil und funktionell erhält.

2. Vermeidung von schwereren chirurgischen Eingriffen

Durch die frühzeitige Anwendung von Crosslinking kann oft die Notwendigkeit für invasive Eingriffe wie eine Hornhauttransplantation vermieden werden. Dies reduziert die Risiken und Komplikationen, die mit größeren Operationen verbunden sind.

3. Verbesserung der Sehqualität

Patienten berichten häufig von einer Verbesserung ihrer Sehqualität nach dem Eingriff. Zwar ist das Hauptziel des Crosslinkings die Stabilisierung, jedoch kann die gesteigerte Hornhautfestigkeit auch zu einer Reduktion der Unregelmäßigkeiten führen, die das Sehen beeinträchtigen.

4. Langfristige Wirksamkeit

Studien haben gezeigt, dass die positiven Effekte des Crosslinkings über viele Jahre anhalten können. Die Stabilisierung der Hornhaut durch Crosslinking ist langfristig wirksam, was bedeutet, dass Patienten eine dauerhafte Verbesserung ihrer Sehfähigkeit und Lebensqualität erfahren können​​.

5. Minimalinvasive Behandlung

Crosslinking ist ein minimalinvasiver Eingriff, der in der Regel ambulant durchgeführt wird. Dies bedeutet, dass Patienten nach einer kurzen Erholungsphase in der Regel schnell zu ihren normalen Aktivitäten zurückkehren können.

6. Sicherheitsprofil

Crosslinking gilt als sicher und effektiv, mit einer niedrigen Rate an Komplikationen. Die meisten Patienten berichten nur von vorübergehenden Nebenwirkungen wie Schmerzen oder einem Fremdkörpergefühl im Auge, die innerhalb weniger Tage abklingen​​.

7. Kompatibilität mit anderen Behandlungen

Crosslinking kann in Kombination mit anderen Behandlungen verwendet werden. Zum Beispiel können spezielle Kontaktlinsen oder weitere refraktive Korrekturen nach dem Crosslinking eingesetzt werden, um das Sehvermögen weiter zu verbessern.

8. Geringe Wiederholungsrate

Die Notwendigkeit einer Wiederholung des Eingriffs ist gering. Einmal durchgeführt, zeigt sich das Crosslinking als eine robuste Lösung gegen das Fortschreiten des Keratokonus, was die Lebensqualität der Betroffenen nachhaltig verbessert.

Risiken und Nebenwirkungen:

  • Schmerzen und Beschwerden: Nach dem Eingriff können Schmerzen und ein Fremdkörpergefühl im Auge auftreten, die jedoch in der Regel nach einigen Tagen abklingen.
  • Infektionen und Entzündungen: Wie bei jedem chirurgischen Eingriff besteht ein geringes Risiko für Infektionen oder Entzündungen.
  • Sehbeeinträchtigungen: In seltenen Fällen kann es zu vorübergehenden oder dauerhaften Beeinträchtigungen des Sehvermögens kommen.
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Weitere Behandlungsmethoden bei Keratokonus

Brillen und Kontaktlinsen gegen Keratokonus 

In den frühen Stadien des Keratokonus können Brillen eine effektive Korrekturmethode darstellen. Da die Hornhautverformung zu Beginn noch gering ist, können herkömmliche Brillengläser die durch die unregelmäßige Hornhaut verursachten Sehfehler ausgleichen. Allerdings bieten Brillen bei fortschreitendem Keratokonus oft nicht mehr die benötigte Sehkorrektur, da sie die zunehmenden Unregelmäßigkeiten der Hornhaut nicht ausreichend korrigieren können.

Kontaktlinsen sind eine weit verbreitete und effektive Behandlungsmethode für Keratokonus, besonders wenn Brillen nicht mehr ausreichen. Es gibt verschiedene Arten von Kontaktlinsen, die bei Keratokonus eingesetzt werden können:

  1. Weiche Kontaktlinsen:

Vorteile: Angenehm zu tragen und leicht anpassbar.

Nachteile: Bieten oft nicht genügend Korrektur bei unregelmäßiger Hornhautverkrümmung im fortgeschrittenen Stadium.

  1. Formstabile (rigide gasdurchlässige) Kontaktlinsen:

Vorteile: Halten ihre Form auf der Hornhaut, was zu einer glatteren Oberfläche führt und somit eine bessere Sehkorrektur bietet.

Nachteile: Können anfangs unangenehm sein und erfordern eine längere Eingewöhnungszeit.

  1. Hybridkontaktlinsen:

Vorteile: Kombinieren einen formstabilen Kern mit einer weichen Linse, um den Tragekomfort zu erhöhen und gleichzeitig eine effektive Sehkorrektur zu bieten.

Nachteile: Können teurer sein und sind nicht für alle Patienten geeignet.

  1. Sklerallinsen:

Vorteile: Bedecken einen Großteil der Hornhaut und ruhen auf der Sklera (dem weißen Teil des Auges), was besonders bei fortgeschrittenem Keratokonus hilfreich ist. Sie bieten hervorragenden Komfort und eine stabile Sehkraft.

Nachteile: Erfordern eine spezielle Anpassung und Pflege, was zu höheren Kosten führen kann.

  1. Piggyback-Systeme:

Vorteile: Hierbei wird eine weiche Kontaktlinse unter einer formstabilen Linse getragen, um den Tragekomfort zu erhöhen und gleichzeitig die Sehkorrektur zu verbessern.

Nachteile: Erfordert die Pflege und das Management von zwei Linsensätzen, was komplexer sein kann.

Intacts bei Keratokonus 

Intacs sind kleine, gebogene Kunststoffsegmente, die in die Hornhaut des Auges implantiert werden, um die Form der Hornhaut zu verändern und die Sehqualität zu verbessern. Diese Segmente bestehen aus biokompatiblem Material, das gut vom Auge vertragen wird. Der Eingriff erfolgt in der Regel unter lokaler Betäubung und ist minimalinvasiv.

Verfahren

  1. Vorbereitung: Zunächst wird die Hornhaut mit einem speziellen Laser oder chirurgischen Instrument präpariert, um kleine Kanäle zu schaffen, in die die Intacs eingesetzt werden.
  2. Implantation: Die Intacs-Segmente werden dann in diese Kanäle eingeführt, wo sie die Hornhaut leicht anheben und glätten, um die konische Verformung zu reduzieren.
  3. Anpassung: Die Position der Intacs kann nach der Implantation noch leicht angepasst werden, um die optimale Korrektur zu erzielen.

Vorteile von Intacs

  • Verbesserung der Sehqualität: Intacs können die Hornhautoberfläche glätten und die Brechungsfehler reduzieren, was zu einer verbesserten Sehqualität führt. Dies ist besonders bei Patienten hilfreich, die auf andere Korrekturmethoden wie Brillen oder Kontaktlinsen nicht ausreichend ansprechen.
  • Minimalinvasiv: Der Eingriff ist weniger invasiv als eine Hornhauttransplantation und erfordert eine kürzere Erholungszeit. Die meisten Patienten können bereits wenige Tage nach dem Eingriff wieder ihren normalen Aktivitäten nachgehen.
  • Reversibilität: Einer der größten Vorteile von Intacs ist ihre Reversibilität. Die Segmente können bei Bedarf entfernt oder ausgetauscht werden, was Flexibilität in der Behandlung bietet.
  • Stabilität der Hornhaut: Durch die strukturelle Unterstützung der Hornhaut tragen Intacs dazu bei, das Fortschreiten des Keratokonus zu verlangsamen oder zu stoppen.
  • Kompatibilität mit anderen Behandlungen: Intacs können in Kombination mit anderen Behandlungsmethoden, wie dem Crosslinking, verwendet werden, um die Stabilität und Sehqualität weiter zu verbessern.

Risiken und Nebenwirkungen

  • Komplikationen: Wie bei jedem chirurgischen Eingriff bestehen auch bei der Implantation von Intacs Risiken, wie Infektionen, Verschiebung der Segmente oder unzureichende Sehkorrektur.
  • Sehbeschwerden: Einige Patienten berichten von Blendungen oder Halos um Lichtquellen, insbesondere bei Nacht.

Hornhauttransplantation ist der letzte Ausweg:

Eine Hornhauttransplantation, auch Keratoplastik genannt, ist eine chirurgische Behandlungsmethode für Patienten mit fortgeschrittenem Keratokonus, bei denen andere Therapien nicht mehr ausreichen. Dabei wird die erkrankte Hornhaut des Patienten teilweise oder vollständig durch eine gesunde Spenderhornhaut ersetzt. Es gibt zwei Hauptarten von Hornhauttransplantationen:

  1. Penetrierende Keratoplastik (PK): Hierbei wird die gesamte Dicke der Hornhaut transplantiert. Diese Methode wird häufig bei schwer beschädigten oder stark verdünnten Hornhäuten angewendet.
  2. Lammelläre Keratoplastik (LK): Hierbei wird nur ein Teil der Hornhaut ersetzt, entweder die vordere oder die hintere Schicht, abhängig vom Ausmaß der Schädigung. Diese Methode hat den Vorteil einer schnelleren Heilung und geringeren Abstoßungsraten.

Vorteile der Hornhauttransplantation

  • Wiederherstellung der Sehfähigkeit: Die Transplantation kann zu einer deutlichen Verbesserung der Sehqualität führen, insbesondere bei Patienten, die auf andere Behandlungsmethoden nicht ansprechen.
  • Langfristige Lösung: Eine erfolgreiche Transplantation kann jahrelang oder sogar lebenslang halten, was eine dauerhafte Lösung für schwere Fälle von Keratokonus darstellt.
  • Erweiterte Behandlungsmöglichkeiten: Eine Hornhauttransplantation kann auch nach erfolglosen anderen chirurgischen Eingriffen wie Intacs oder Crosslinking in Betracht gezogen werden.

Risiken und Nebenwirkungen

  • Abstoßungsreaktionen: Wie bei jeder Transplantation besteht das Risiko, dass der Körper das Spendergewebe abstößt, was eine sorgfältige Nachsorge und möglicherweise langfristige Medikation erfordert.
  • Infektionen und Komplikationen: Postoperative Infektionen und andere Komplikationen wie erhöhte Augeninnendruck oder Transplantatversagen können auftreten.
  • Lange Erholungszeit: Die vollständige Heilung kann mehrere Monate bis zu einem Jahr dauern, wobei regelmäßige Nachuntersuchungen erforderlich sind.

Die Entscheidung für eine Hornhauttransplantation sollte nach sorgfältiger Abwägung aller Risiken und Vorteile sowie nach umfassender Beratung durch einen spezialisierten Augenarzt getroffen werden. Diese Behandlung bietet vielen Patienten mit fortgeschrittenem Keratokonus die Chance auf eine signifikante Verbesserung ihrer Sehfähigkeit und Lebensqualität.

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