Augenlasern gehört zu den am häufigsten durchgeführten Eingriffen der Augenheilkunde. Das Risiko einer bleibenden Schädigung ist gering, eine Erblindung bei gesunden Augen nahezu ausgeschlossen. Bei etwa einem Prozent der behandelten Augen ist eine Nachkorrektur nötig, um das Ziel zu erreichen; das gilt für alle Laserverfahren und ebenso für die ICL.
Was zur Heilung gehört und wieder vergeht
Trockene Augen, Blendung bei Dunkelheit, Lichtkränze um Lichtquellen und eine schwankende Sehschärfe sind in den ersten Wochen normal. Die europäischen Fachempfehlungen halten ausdrücklich fest, dass vorübergehende Beschwerden innerhalb der ersten drei Monate keine Komplikation sind, sondern zum Heilungsverlauf gehören. Bei der Lentikelextraktion SmartSight tritt das trockene Auge in der frühen Phase seltener auf als nach LASIK, weil weniger Hornhautnerven durchtrennt werden; nach etwa drei Monaten haben sie sich regeneriert, langfristig unterscheiden sich die Verfahren nicht. Halten Beschwerden über drei Monate hinaus an, gehen wir ihnen nach.
Was selten vorkommt und sich behandeln lässt
- Über- oder Unterkorrektur. Die Sehschärfe erreicht nicht auf Anhieb den Zielwert. Eine Unterkorrektur wird nachkorrigiert, sobald die Wundheilung abgeschlossen ist, eine Überkorrektur zunächst mit Tropfen behandelt.
- Entzündung. Die meisten Komplikationen entstehen während der Heilung, am häufigsten als Entzündung. Sie wird mit Augentropfen behandelt.
- Hornhauttrübung nach Trans-PRK. Bei den Oberflächenverfahren wird die obere Hornhautschicht abgetragen, dabei kann es zu leichten Trübungen kommen. Sie lassen sich medikamentös gut behandeln.
- Probleme mit dem Hornhautdeckel bei Femto-LASIK. Weil dort ein Deckel geschnitten wird, kann dieser sich entzünden oder verschieben. Eine Entzündung wird getropft, eine Verschiebung erfordert einen kurzen zweiten Eingriff. SmartSight und Trans-PRK haben keinen solchen Deckel.
Was sehr selten vorkommt und ernst ist
Keratektasie. Die Hornhaut wölbt sich nach der Behandlung vor, ähnlich wie bei einem Keratokonus. Davor schützt die Voruntersuchung: Die Fachempfehlungen setzen die Grenze bei 480 bis 500 Mikrometer Hornhautdicke und einem Reststroma von mindestens 250, besser 300 Mikrometer. Wird zu viel Gewebe entfernt, steigt das Risiko deutlich. Wie häufig das ist, hängt stark vom Verfahren ab. Eine systematische Übersichtsarbeit nennt für Augen ohne vorbestehende Risikofaktoren 90 Fälle je 100.000 Behandlungen mit Hornhautdeckel, 20 je 100.000 nach einem Oberflächenverfahren wie Trans-PRK und 11 je 100.000 nach einer Lentikelextraktion wie SmartSight. Die Streuung zwischen den Zentren ist groß, weil das Risiko vor allem davon abhängt, wie sorgfältig vorher untersucht wird. Tritt eine Ektasie auf, wird sie mit Speziallinsen versorgt, in schweren Fällen mit einer Hornhauttransplantation.
Infektion. Sie ist selten: Große Auswertungen nennen nach LASIK etwa drei Fälle auf 10.000 Behandlungen, nach Oberflächenverfahren wie Trans-PRK etwas mehr. Sie wird umso besser beherrscht, je früher sie erkannt wird. Deshalb bestehen wir auf den Nachkontrollen, auch wenn Sie sich gut fühlen. Melden Sie sich sofort, wenn das Auge schmerzt, deutlich rot wird oder die Sehkraft abnimmt, und warten Sie nicht bis zum nächsten Termin: +43 50 236, außerhalb der Öffnungszeiten wird weitergeleitet.
Ausführlich zu allen Punkten: Risiken und Nebenwirkungen beim Augenlasern. Die genannten Häufigkeiten sind Werte aus der internationalen Fachliteratur, nicht aus unserer eigenen Auswertung: zur Ektasie ein systematisches Review von 2021, zur Infektion eine Metaanalyse mehrerer Studien mit über 260.000 ausgewerteten Augen.
Wann wir nicht behandeln
Nicht jedes Auge eignet sich für eine Laserkorrektur. In der Voruntersuchung schließen wir die Behandlung aus, wenn einer dieser Punkte zutrifft:
- Keratokonus oder eine auffällige Hornhauttopographie. Der Laser würde die Hornhaut weiter schwächen. Der richtige Weg ist dann Crosslinking, später gegebenenfalls eine Linse.
- Zu dünne Hornhaut für den geplanten Abtrag. Je nach Wert kommt die Trans-PRK oder eine ICL-Linse infrage.
- Sehstärke, die sich in den letzten 12 Monaten verändert hat. Wir warten, bis die Werte stabil sind.
- Schwangerschaft und Stillzeit. Die Hormone verändern die Hornhaut vorübergehend; danach ist die Behandlung möglich.
- Unbehandelte Augenerkrankungen wie fortgeschrittener Grauer Star, unkontrolliertes Glaukom oder Netzhautprobleme. Hier steht die Erkrankung an erster Stelle; beim Grauen Star ist der Linsentausch die passende Lösung.
- Ausgeprägt trockene Augen oder Autoimmunerkrankungen. Kein zwingender Ausschluss, aber Abklärung und meist eine Vorbehandlung der trockenen Augen.
- Alter unter 18 Jahren sowie sehr hohe Fehlsichtigkeit jenseits der Laser-Grenzen (etwa über –10 Dioptrien). Dann ist die ICL meist die bessere Wahl.
Ob einer dieser Punkte Sie betrifft, zeigt der kostenlose Eignungstest in zwei Minuten als erste Einschätzung. Verbindlich entscheidet die Voruntersuchung.