Trockene Augen2021-08-16T15:08:50+00:00
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Trockenes Auge ist eine häufige Erkrankung, die mit Trockenheit und Reizung einhergeht

  • Mit den neuesten Behandlungsmethoden für trockene Augen können Sie Ihre trockenen Augen lindern und Schäden vorbeugen

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Erfahren Sie im Folgenden alles, was Sie über trockene Augen wissen müssen und wie wir sie behandeln

„Meine Augen sind heute so trocken.“

Das ist ein Satz, den wir öfter hören oder gar selbst aussprechen. Wer immer diese Worte spricht, führt meist äußere Faktoren auf das trockene Auge zurück. So wird etwa die Heizungsluft im Raum gern für trockene Augen verantwortlich gemacht, und das oft auch zu Recht. Was viele aber nicht wissen: das „trockene Auge“ gibt es auch als Krankheit, und die hat nichts mit Einflüssen von außen zu tun. Zwar ist die Erkrankung nicht schwerwiegend. Dennoch stört sie, und das mitunter sogar sehr. Denn Patienten leuchtet es oft nicht ein, dass ein vermeintlich leicht zu lösendes Problem vom Augenarzt oft nur schwer behandelt werden kann. Zum besseren Verständnis dieses Leidens betrachten wir zunächst einmal die Oberflächenbeschaffenheit des menschlichen Auges, denn erst dann ist zu verstehen, weswegen es überhaupt zu einem „Trockenen Auge“ kommen kann.

Die Augenoberfläche

Diese besteht aus Binde- und Hornhaut, die von einer dünnen Schicht aus Flüssigkeit, dem Tränenfilm, bedeckt ist. Die Lider fungieren als Reiniger, sie wischen Fremdkörper aus dem Auge. Der Tränenfilm schützt das Auge vor dem Austrocknen – und er ist wesentlich komplexer, als man das vermuten würde. Drei Bestandteile sind es, die den Tränenfilm bilden. Zum ersten wäre das eine Schicht aus Wasser, in der sich gelöstes Salz befindet; zum zweiten ist das die sogenannte Muzinschicht, die von Schleimdrüsen in der Bindehaupt produziert wird und dementsprechend eine schleimige Konsistenz besitzt; und zum dritten besteht der Tränenfilm aus einer Schicht aus Fett, die im Rand des Lids entsteht, genauer gesagt in den Meibom’schen Drüsen.

Alle Schichten besitzen eine eigene Aufgabe. Die Schicht aus Wasser dient dazu, dem Auge Feuchtigkeit zuzuführen. Die Muzinschicht hingegen sorgt dafür, dass die wässrige Schicht überhaupt am Auge haftet. Und die Fettschicht wiederum sorgt durch ihre Beschaffenheit dafür, dass die Tränenflüssigkeit nur langsam verdunstet und immer wieder nachgebildet werden kann. Bei jedem Blinzeln verteilt der Mensch den frisch gebildeten Film aus Flüssigkeit über die Oberfläche des Auges, das geschieht im Schnitt in der Minute 12 bis 15 Mal. Überschüssige Flüssigkeit im Auge fließt in die Nase ab, und zwar über zwei mikroskopische Öffnungen am Unter- und am Oberlid, den sogenannten Tränenpünktchen.

Der Tränenfilm und seine Funktion

Drei Aufgaben sind es, die dem Tränenfilm zukommen. Da ist als Erstes die Abwehr zu nennen. Permanent gelangen Fremdkörper in unsere Augen, etwa Staub, Pollen, winzige Sporen, Viren und Bakterien. Auch die umgebende Temperatur und etwaiger Luftzug setzen dem Auge zu. All diese Faktoren fängt der Tränenfilm ab, der Lidschlag schwemmt sie dann gewissermaßen weg. Flüssigkeit ist außerdem dafür verantwortlich, dass die äußerste Oberfläche des Auges so glatt ist, wie sie ist – das wiederum sorgt für die ideale Lichtbrechung. Und das bedeutet, dass die optisch abgebildete Qualität am besten ist.

Die dritte Aufgabe des Tränenfilms besteht darin, die Hornhaut zu befeuchten und zu versorgen. Ohne den Film würde etwa der Lidschlag direkt auf Binde- und Hornhaut reiben und diese mit der Zeit verletzen. Somit kommt dem Tränenfilm auch die Funktion eines Gleitgels zu. Außerdem enthält er Nährstoffe, mit der er die Oberfläche des Auges versorgt.

Das „Trockene Auge“ und wie man es bekommt

„Konjunktivitis sicca“, das ist der Fachbegriff für das „Trockene Auge“, das dann auftritt, wenn die Benetzung der Oberfläche des Auges gestört ist. Die wissenschaftliche Definition lautet, dass für diese Störung viele Faktoren in Frage kommen, sowohl körperliche als auch seelische. Zudem können Sehstörungen ebenso zu dieser Krankheit führen. Entzündungen und eine Tränenflüssigkeit, die zu stark konzentriert ist, spielen meist die Hauptrolle. Doch wo liegen die Ursachen? Zwei Gründe gelten als wesentlich:

Zu geringe Produktion von Tränen

Das kann mehrere Ursachen haben. Im Alter bildet sich nämlich das Tränendrüsengewebe zurück, außerdem kann es zu Erkrankungen am sogenannten rheumatischen Formenkreis kommen. Auch äußere Faktoren kommen in Frage, etwa Medikamente wie Betablocker oder Atropin hemmen die Tränenbildung. Schwere Augenerkrankungen führen nicht selten zu Narben auf der Tränendrüse. Frauen nach den Wechseljahren sind häufig betroffen, weil wohl zu wenig männliche Androgenen-Hormone vorhanden sind, welche direkte Auswirkungen auf den Tränenfilm besitzen.

Zu starker Verlust von Tränen

Das rührt manchmal davon, dass die Haftung des Tränenfilms am Auge zu schwach oder die Verdunstung zu stark ist. Das rührt oft daher, dass zu wenige Schleimstoffe hergestellt werden, was wiederum an einem Mangel an Vitamin A, an Entzündungen, Narbenbildung, Verbrennungen oder an einer Verätzung liegen kann.

Störung an den Meibom’schen Drüsen 

Diese Störung kann bewirken, dass der Fettfilm nicht ausreichend stark ist. Neurodermitis, bestimmte Milben und Bakterien verursachen manchmal Entzündungen am Lidrand. Zudem kann der Fettfilm durch Lidfehlstellungen verursacht werden.

Sensorische Störungen

Empfindungsstörungen des Auges, Lähmungen im Gesicht oder eine Lidschlussstörung (durch ein extremes Hervortreten des Augapfels wie bei der Basedow’schen Krankheit) bewirken mitunter das „Trockene Auge“. Dieses kann ebenfalls durch bestimmte Medikamente entstehen, die für eine Instabilität des Tränenfilms verantwortlich sind.

Äußere Einflüsse

  • Räumlichkeiten mit permanent niedriger Luftfeuchte
  • Zu stark beheizte Zimmer
  • Immerwährender Luftzug
  • Rauch
  • Kontaktlinsen
  • Das Gebläse im Auto
  • Zu seltenes Blinzeln, was bei der Arbeit am Computer oder bei häufigem Lesen ab und zu geschieht.

Was bewirkt das „Trockene Auge“?

Je weniger Tränenflüssigkeit vorhanden ist, desto höher ist die Konzentration der dort vorhandenen Stoffe, etwa Schleimstoffe und Salze. Ist das der Fall, so verspüren Patienten meist ein Gefühl von Klebrigkeit im Auge oder als ob sich ein Fremdkörper darin befände. Oft liegt auch ein heftiges Stechen oder Brennen vor. Gleichzeitig schüttet der Körper immer mehr Botenstoffe aus, die dem Auge signalisieren, dass es entzündet ist – das Auge rötet sich dann oder es schwillt an, es fühlt sich nicht selten heiß an und schmerzt bisweilen. Das alles führt zu verschwommenem Sehen. Blinzeln und Augentropfen können Abhilfe schaffen.

Was widersinnig klingt, ist oft dennoch ein Symptom: das verstärkte Tränen des betroffenen Auges. Das ist der Fall, wenn der Tränenfilm nicht mehr ideal auf der Oberfläche des Auges haftet, dann liegt oft eine Störung an der Fett- bzw. der Schleimschicht vor. Die Tränenflüssigkeit läuft dann gewissermaßen aus. Oder aber die Trockenheit ist so weit fortgeschritten, dass die Reizung des Auges sehr heftig wird und dementsprechend immer mehr Tränenflüssigkeit produziert wird. Im schlimmsten Fall kann das alles zu einer chronischen Entzündung der Hornhaut führen, die wiederum bewirkt, dass deren oberste Schicht trüb wird.

Diagnose und Behandlung des „Trockenen Auges“

Liegt eine Benetzungsstörung vor, so kann dies der Augenarzt genau feststellen. Allerdings gilt es hier von anderen Krankheitsbildern am Auge zu unterscheiden, die ähnliche Symptome aufweisen. In diesem Fall färbt der Arzt die Oberfläche des Auges mit speziellen Stoffen, so bestimmt der die Empfindlichkeit der Hornhaut. Sollte sich dabei der Verdacht auf ein „Trockenes Auge“ erhärten, führt er weitere Untersuchungen durch. Mit einem Streifen aus Filterpapier, der im unteren Lid eingehängt wird, kann die Tränenmenge gemessen werden (der sogenannte Schirmertest). Sollte es nötig sein, gibt es noch andere Methoden, die die Diagnose festigen, damit ausgeschlossen wird, dass eine andere Krankheitsform vorliegt, die ja auch anders behandelt werden müsste.

Fast immer liegen mehrere Ursachen für das „Trockene Auge“ vor, weswegen es keine Methode gibt, die immer greift. Die Patienten müssen sich dessen bewusst sein, der Augenarzt sollte hier von vornherein offen sprechen. Manchmal bedarf es mehrerer Versuche seitens des Arztes, bis das Problem in den Griff zu bekommen ist. Genauso sollten Patienten erfahren, dass es immer nur um einen Behandlungseffekt geht, der über eine bestimmte Zeit lang anhält. Das „Trockene Auge“ ist nämlich chronisch, die Beschwerden kommen irgendwann wieder. Krankenkassen übernehmen die Kosten für die Therapie auch nicht mehr. Das mit dem Arzt zu diskutieren, ist aus Sicht der Patienten vielleicht verständlich, bringt jedoch nichts.

„Künstliche Tränen“

Diese sind immer die Basis, um das „Trockene Auge“ zu behandeln. Die künstlichen Tränen sorgen für den Schutz der Oberfläche des Auges, indem sie einen Gleitfilm bilden, außerdem stärken sie den Tränenfilm, der noch vorhanden ist. Künstliche Tränen gibt es in vielen Varianten, allen gemein sind aber die enthaltenen Komponenten. Das sind Wasser, Salze, manchmal Mittel für die Verdickung (die Tränen haften dann besser an der Oberfläche) und manchmal auch Konservierungsstoffe. Sind diese nicht enthalten, so müssen die künstlichen Tränen meist innerhalb eines Tages verbraucht werden.

Die Wirkung dieser Präparate ist besser, je dickflüssiger sie sind. Die Haftung der künstlichen Tränen an der Augenoberfläche verbessert sich dadurch und das Auge wird besser befeuchtet. Allerdings beeinträchtigt eine dickere Substanz das Sehen vorübergehend, weil es sich wie ein Schleier über das Auge legt. Für welchen Patienten das Mittel wie dick sein muss, kann vom Augenarzt nicht vorhergesagt werden, jeder Patient reagiert hier anders. Also muss versucht werden, durch wiederholtes Versuchen das am besten geeignete Präparat zu finden. Wenn möglich, sollten Substanzen ohne Konservierungsstoffe verwendet werden, weil ansonsten allergische Reaktionen entstehen können. Wer weiche Kontaktlinsen trägt, sollte immer künstliche Tränen ohne Konservierungsstoffe bekommen. (Wer unter dem „Trockenen Auge“ leidet und weiche Linsen trägt, muss sich sowieso ausführlich mit dem Arzt besprechen, da hier diverse Komplikationen auftreten können, die zu nennen den Platz hier sprengen würden.)

Wie groß sollte die Menge an künstlichen Tränen sein? Hier gilt das Prinzip „viel hilft viel“, und das hilft auch nur dann, wenn sie regelmäßig verabreicht werden. Die gute Nachricht lautet, dass die Benetzungsstörung mit künstlichen Tränen fast immer erfolgreich bekämpft werden kann.

Lidkantenpflege

Ist eine Entzündung der Lidkanten der Auslöser für die Benetzungsstörung, so ist es wichtig, diese Lidkanten zu behandeln. Dabei geht es darum, den Abfluss des Fettfilms zu verbessern, der in den Meibom’schen Drüsen produziert wird. Das geschieht mittels Ablösen von Hautabschilferungen und Krusten an den Kanten der Lider. Oft ist dieses Ablösen erst möglich, wenn eine Augensalbe an die entsprechenden Stellen einmassiert wird. Solange die Entzündung an den Lidrändern anhält, sollten an diesen Stellen auch keine kosmetischen Produkte wie Lidschatten etc. verwendet werden.

Augentropfen

Hier gibt es zwei Varianten: die Eigenserum-Tropfen und entzündungshemmende Tropfen aus der Industrie. Im menschlichen Blutserum gibt es eine Vielzahl an Stoffen, die Entzündungen lindern, was auch positiv bei Erkrankungen an der Oberfläche des Auges wirkt. Um diese Effekte zu nutzen, werden aus dem Eigenblut von Patienten Tropfen für das Auge gewonnen. Werden Augentropfen aus der Pharmaindustrie verwendet, so müssen diese ebenfalls die Entzündungen hemmen. Soll die Wirkung kurzfristig sein, ist fast immer Kortison enthalten, für längerfristige Hilfe sind nur Tropfen ohne Kortison geeignet.

Kontaktlinsen

Linsen sind ein Problem, wenn Patienten ein „Trockenes Auge“ haben, denn dadurch werden die Symptome oft verstärkt. Es gibt jedoch einige Ausprägungen dieser Krankheit, bei denen weiche und dünne Linsen paradoxerweise helfen. Sie stabilisieren die Oberfläche des Auges und lindern die Beschwerden. Fast immer nur vorübergehend, aber immerhin.

Die Tränenpünktchen verschließen

Wenn die Tränen zu schnell aus dem Auge ablaufen, liegt das manchmal daran, dass die Tränenpünktchen zu viel Flüssigkeit anlaufen lassen. Für einen bestimmten Zeitraum hilft es dann, diese Tränenpünktchen zu verschließen. Dafür wird eine Art Stöpsel verwendet, der wie ein Stöpsel einer Badewanne funktioniert. In seltenen Fällen kann es sein, dass der Verschluss vom Augenarzt dauerhaft erzwungen wird. Das geschieht mittels einer Vernarbung der Pünktchen.

Die Ernährung

So facettenreich der Körper bei der Herstellung einiger Stoffe auch ist, bei anderen Substanzen versagt er. Vitamine etwa produziert der Organismus nicht – diese müssen wie auch Omega-3- und Omega-6-Fettsäuren durch die Aufnahme von Nahrung erfolgen. Die Fettsäuren wirken positiv auf die Drüsen am Lidrand, auf die Sekretion von Tränen und auf Botenstoffe, die eine Entzündung signalisieren. In unseren Lebensmitteln kommt Omega-3 selten vor, weswegen diese durch Präparate verabreicht wird oder auch durch spezielle Nahrung. So sind Omega-3-Fettsäuren insbesondere in fettigem Fisch oder in Leinsamenöl enthalten. Um die Sekretion zu fördern, sind auch Medikamente auf dem Markt, allerdings besitzen diese teils schwere Nebenwirkungen. Deswegen werden sie immer nur in schweren Fällen empfohlen.

Sonstige Maßnahmen

Operiert wird im Fall des „Trockenen Auges“ eher selten und nur dann, wenn ein Fall besonders schwer ist.

So kann etwa das Lid seitlich abgenäht werden. Augenärzte müssen die Folgen mit Patienten sehr ausführlich besprechen.

Wenn die Tränenflüssigkeit bei Menschen schnell er verdunstet, als sie das sollte, werden manchmal auch spezielle Brillen verschrieben, die einen Seitenschutz besitzt, der anatomisch angepasst ist. Das soll Schutz vor Wind bewirken.

Die Kenntnisse über das „Trockene Auge“ werden übrigens immer besser, das bedeutet, dass in Zukunft Medikamente zu erwarten sind, die sehr gut wirken und die keine Nebenwirkungen aufweisen.

Was Patienten außerdem tun können

Neben dem mehrmaligen Lüften des Raumes kann, gerade im Winter, wenn viel geheizt wird, ein Raumbefeuchter genutzt werden. Auch feuchte Tücher über der Heizung sind immer hilfreich, ebenso eine Begrünung der Räume, das schafft ein gutes Mikroklima. Im Auto sollte das Gebläse nur sehr dosiert verwendet werden und nicht auf die Augenregion zielen. Räume, in denen geraucht wird, sollten vermieden werden, der eigene Konsum von Zigaretten (und auch von Alkohol) sollte eingestellt werden. Viel Schlaf und eine ausgewogene Ernährung mit vielen Vitaminen sind jetzt ebenso wichtig wie eine gute Versorgung mit Wasser – zwei Liter am Tag sind das Mindeste.

Wer Schwimmen möchte, kann das tun, eine Schwimmbrille ist dabei unbedingt zu empfehlen. Wer an einem Monitor arbeitet, muss viele Pausen einlegen, bewusstes Blinzeln hilft gegen Beschwerden. Kontaktlinsenträger sind dazu angehalten, diese hin und wieder herauszunehmen und die Augen auch häufig mit den entsprechenden Flüssigkeiten zu benetzen. Kosmetika sind nur sehr vorsichtig zu verwenden, und wenn, dann sollten es Produkte mit reizarmen Inhalten sein.

Wichtig sind hingegen Präparate zur Reinigung des Augenlids.

Nicht zuletzt ist die regelmäßige Untersuchung beim Augenarzt dringend einzuhalten.

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