Welche Risiken und Nebenwirkungen bestehen beim Augenlasern?
Auf dieser Seite10 Abschnitte
- Ist Augenlasern ein sicherer Eingriff?
- Risiken einer Augenlaserbehandlung
- Allgemeine Komplikationen
- Komplikationen bei LASEK- oder PRK-Methode
- Komplikationen einer LASIK-Behandlung
- Komplikationen bei der Lentikelextraktion (SmartSight)
- Was zur Heilung gehört und was eine Komplikation ist
- Risikofaktoren
- So reduzieren Sie mögliche Komplikationen nach der Laserbehandlung
- Häufige Fragen und Antworten
Ist Augenlasern ein sicherer Eingriff?
Das Augenlasern ist grundsätzlich ein sehr sicheres Verfahren. Das Risiko für eine Komplikation ist als besonders gering einzustufen. Eine Erblindung durch Augenlasern ist bei gesunden Menschen nahezu ausgeschlossen. Zudem handelt es sich bei den behandelnden Ärzten in der Regel um erfahrene Spezialisten, die mit modernster medizinischer Ausstattung arbeiten, was das Risiko für eine Komplikation ebenfalls senkt. Die genauen Risiken hängen ab von:
- der gewählten Methode.
- der individuellen gesundheitlichen Verfassung.
Insbesondere hinsichtlich der gesundheitlichen Verfassung ist es die Aufgabe Ihres behandelnden Arztes, Sie über die Risiken aufzuklären. Dies geschieht im Rahmen eines Vorgesprächs vor dem geplanten Eingriff.
Risiken einer Augenlaserbehandlung
Aufgrund der verschiedenen Vorgehensweisen bei unterschiedlichen Methoden, können die Komplikationen beim Augenlasern voneinander abweichen. Die Risiken einer Laserkorrektur können eingeteilt werden in:
- Allgemeine Komplikationen
- Komplikationen bei einer LASEK- oder PRK-Behandlung
- Komplikationen einer LASIK-Behandlung
Allgemeine Komplikationen
Die meisten Komplikationen entstehen während des Heilungsprozesses. Eine häufige Komplikation bei der Heilung ist eine Entzündung. Dennoch kann es auch im Rahmen des Eingriffs zu Problemen kommen.
Über- oder Unterkorrektur
In manchen Fällen kommt es beim Augenlasern zu einer refraktiven Über- oder Unterkorrektur. Das bedeutet, dass die Sehschärfe noch nicht optimal ist. Besteht eine restliche Fehlsichtigkeit, sind die Betroffenen nach dem Augenlasern eventuell weiterhin auf eine Sehhilfe angewiesen. Ein Folgeeingriff zur Korrektur kann hierbei Abhilfe verschaffen.
Handelt es sich um eine Überkorrektur, kann diese mit Augentropfen oder durch das Tragen von Sehhilfen über einen bestimmten Zeitraum behandelt werden.
Keratektasie
Bei der Keratektasie handelt es sich um eine Vorwölbung der Hornhaut, die nach vorne gerichtet ist. Die Vorwölbung wird mithilfe von Sehhilfen behandelt. In schweren Fällen ist eine Hornhauttransplantation nötig. Die Komplikation kann ein Frühsymptom für einen Keratokonus darstellen. Insgesamt handelt es sich um eine Komplikation, die sehr selten auftritt. Eine systematische Übersichtsarbeit aus dem Jahr 2021 beziffert sie bei Augen ohne vorbestehende Risikofaktoren auf 90 von 100.000 Augen nach einer Behandlung mit Hornhautdeckel, 20 von 100.000 nach einem Oberflächenverfahren und 11 von 100.000 nach einer Lentikelextraktion. Kommen vorbestehende Risikofaktoren hinzu, steigen diese Werte an. Genau deshalb ist die Voruntersuchung der entscheidende Schutz: Wir messen Hornhautdicke und Hornhautform und behandeln nicht, wenn die Werte dagegensprechen.
Quelle: Moshirfar M. et al., Ectasia After Corneal Refractive Surgery: A Systematic Review, Ophthalmology and Therapy, 2021. Es handelt sich um Zahlen aus der Fachliteratur, nicht um eigene Ergebnisse.
Infektionen
Nach einer Augenlaserbehandlung kann es zu einer Infektion der Hornhaut kommen. Sie ist selten: Die veröffentlichten Serien reichen von wenigen Fällen je 100.000 Augen bis zu etwa einem Prozent, wobei die Fachliteratur selbst einräumt, dass diese Werte ungenau sind, weil Betroffene sich oft an einen anderen Arzt wenden als an den Operateur. Je früher die Infektion erkannt wird, desto besser kann sie behandelt werden. Dazu werden meist Augentropfen verschrieben. Wichtig ist, dass Sie einen Arzt aufsuchen, sobald Sie unter anderem diese Symptome verspüren:
- Rötungen im Auge
- Augenschmerzen
- Verschlechterung der Sehkraft
Weitere allgemeine Komplikationen und Nebenwirkungen
Neben den genannten allgemeinen Komplikationen können außerdem diese Nebenwirkungen auftreten:
- Schwierigkeiten bei der Nachtsicht
- Beeinträchtigung der Kontrastsensitivität (verschwommene Sicht)
- Doppelbilder
- Trockene Augen
Komplikationen bei LASEK- oder PRK-Methode
Bei der LASEK und PRK-Behandlung wird die obere Schicht der Hornhaut abgetragen. Die darunter liegenden Schichten werden dann mittels eines Lasers behandelt. Dabei kann es zu Hornhauttrübungen kommen. Meist handelt es sich jedoch nur um leichte Trübungen, sodass diese mithilfe von Medikamenten gut behandelt werden können.
Komplikationen einer LASIK-Behandlung
Der Ablauf der LASIK-Methode sieht anders aus: hier wird durch einen Schnitt eine Flap auf der Hornhaut erzeugt. Nach der LASIK-Verfahren wird die Flap wieder zurückgeklappt. Durch den Schnitt ergibt sich neben den allgemeinen Komplikationen das Risiko, dass sich die Flap entzündet oder verlagert. Entzündungen werden mit Augentropfen behandelt, während eine Verlagerung der Hornhaut gegebenenfalls eine weitere Operation nötig ist.
Beim Aufklappen der Flap kann es außerdem zu einer Instabilität der Hornhaut kommen. Das kann sich derart äußern, dass eine Keratektasie entsteht. Die Wahrscheinlichkeit der Keratektasie kann verringert werden, indem bereits bei der Voruntersuchung die Hornhautdicke vermessen wird.
Komplikationen bei der Lentikelextraktion (SmartSight)
Bei der Lentikelextraktion schneidet ein Femtosekundenlaser eine dünne Gewebelinse aus der Hornhaut, die durch eine Öffnung von wenigen Millimetern entnommen wird. Ein Hornhautdeckel wird dabei nicht angelegt. Damit entfallen die Komplikationen, die an diesen Deckel gebunden sind: Er kann sich weder entzünden noch verschieben.
Weil weniger Hornhautnerven durchtrennt werden, tritt ein trockenes Auge in den ersten Wochen seltener auf als nach einer Behandlung mit Hornhautdeckel. Nach etwa drei Monaten haben sich die Nerven regeneriert; langfristig unterscheiden sich die Verfahren darin nicht.
Während des Eingriffs kann sich die Gewebelinse schwerer lösen als vorgesehen, oder der Unterdruck geht verloren, mit dem das Auge gehalten wird. Beides wird im selben Eingriff beherrscht. Nicht geeignet ist das Verfahren bei Weitsichtigkeit, und Abbildungsfehler höherer Ordnung lassen sich damit nicht gezielt korrigieren.
Was zur Heilung gehört und was eine Komplikation ist
Trockene Augen, Lichtkränze um Lichtquellen, Blendung bei Dämmerung und eine schwankende Sehschärfe gehören in den ersten Wochen zum Verlauf. Die europäischen Fachempfehlungen halten ausdrücklich fest, dass vorübergehende Beschwerden innerhalb der ersten drei Monate keine Komplikation sind. Halos und Blendung treten in diesem Zeitraum häufig auf und nehmen dann ab.
Halten Beschwerden über drei Monate hinaus an, sind sie behandlungsbedürftig, und wir gehen ihnen nach. Bei etwa einem Prozent der behandelten Augen ist eine Nachkorrektur nötig, um das Ziel zu erreichen; sie erfolgt erst, wenn die Wundheilung abgeschlossen ist.
Quelle der Angaben zum Heilungsverlauf: Empfehlungen der European Society of Cataract and Refractive Surgeons zur refraktiven Chirurgie, Fassung September 2026.
Risikofaktoren
Die Risikofaktoren für mögliche Komplikationen beim Augenlasern sind unterschiedlich. Der behandelnde Arzt wird sich über Ihren Gesundheitszustand informieren, Voruntersuchungen durchführen und dann eine individuelle Risikoeinschätzung abgeben können. Allgemeine Risikofaktoren sind etwa:
- Stark ausgeprägte Fehlsichtigkeiten
- Geringe Hornhautdicke
- Vorerkrankung der Hornhaut
- Vernarbungen der Hornhaut
- Hohes Alter
So reduzieren Sie mögliche Komplikationen nach der Laserbehandlung
Sie können in gewisser Weise selbst dazu beitragen, das Risiko für eine Komplikation zu senken. Dabei sollten Sie folgende Aspekte beachten:
- Vorgespräch wahrnehmen
- Auf eine ausführliche Voruntersuchung bestehen
- Verschriebene Augentropfen nach der OP regelmäßig anwenden
- Wahrnehmung der Nachuntersuchungen
- Vorsichtsmaßnahmen einhalten (kein Sport, Make-Up oder Sauna)
Mithilfe dieser Maßnahmen können Komplikationen nach der Augenlaserbehandlung vermieden oder durch die Nachuntersuchung rechtzeitig erkannt und behandelt werden.
Häufige Fragen und Antworten
Wie hoch ist das Risiko beim Augenlasern?
Schwerwiegende Komplikationen treten nur selten auf. Die Wahrscheinlichkeit einer Komplikation hängt außerdem von der gewählten Methode ab. Während die LASIK-Methode eine besonders hohe Erfolgsrate und eine niedrige Komplikationsrate von unter 1% aufweist, ist bei der älteren LASEK-Behandlung ein erhöhtes Risiko für Komplikationen zu verzeichnen.
Was kann beim Augenlasern passieren?
Wenn es zu einer Komplikation kommt, handelt es sich oftmals um eine Entzündung im Rahmen des Heilungsprozesses, die mithilfe von Augentropfen gut behandelt werden kann. Seltenere Komplikationen sind etwa eine Keratektasie oder eine refraktive Über- oder Unterkorrektur der Fehlsichtigkeit.
Für wen ist Augenlasern nicht geeignet?
Ein guter gesundheitlicher Allgemeinzustand ist eine wichtige Voraussetzung für das Augenlasern. Ausschlussgründe können eine Schwangerschaft, Stillzeit, eine zu geringe Dicke der Hornhaut, starke Fehlsichtigkeit oder Erkrankungen, wie z.B. Neurodermitis, Rheuma oder verschiedene Autoimmunerkrankungen sein.